Die Gemeine Hasel (Corylus avellana) ist ein mehrstämmiger Strauch, der bereits sehr früh im Jahr blüht – oft schon im Januar oder Februar. Ihre Blüten, die männlichen gelben Kätzchen und die kleinen weiblichen Blüten mit der roten „Frisur“ erscheinen lange vor den Blättern und kündigen an, dass sich etwas bewegt, obwohl der Winter noch spürbar ist. Die reifen Nüsse waren für unsere Vorfahren eine wichtige Nahrungsquelle und gleichzeitig ein Symbol der Fruchtbarkeit. Mit jemadem „in die Haseln gehen“ bezeichnete nicht das eigentliche Nüsse aufsuchen, sondern einen (oft unehelichen) Akt der geschlechtlichen Zusammenkunft. Es hieß, auf ein Jahr mit reichlicher Haselnuss-Ernte folgt ein geburtenreiches Jahr.
Die Hasel liebt lichte Standorte, nährstoffreiche Böden und zeigt sich häufig dort, wo Übergänge sind: zwischen Wald und Feld, zwischen Licht und Schatten. Ihre biegsamen, geraden Zweige machten sie seit jeher zu einem bevorzugten Holz für Stäbe, Ruten und Werkzeuge – auch zum Zaubern.
Die Hasel als Baum der Weisheit
In vielen alten Kulturen gilt die Hasel als Baum der Weisheit. Nicht des erklärbaren Wissens, sondern jener Weisheit, die aus uralter Naturverbindung und Menschenkenntnis entstanden ist. Es geht um Wissen, das man sich nicht aneignen kann, sondern das auf zauberhafte Weise zu einem kommt.
In einer Erzählung aus der irischen Mythologie wachsen neun Haselbäume über einer heiligen Quelle.
Ihre Nüsse fallen ins Wasser und werden von fünf Lachsen gefressen, die dadurch als „Lachse der Weisheit“ gelten. Wer einen dieser Lachse isst, erhält Zugang zu tiefem, allumfänglichen Wissen.
Ein ähnliches Märchen gibt es auch im deutschsprachigen Raum. Es handelt von einer weißen Schlange, von der ein weiser König täglich isst. Als sein Diener die Schlange einmal heimlich probierte, konnte er plötzlich die Sprache der Tiere verstehen.
Früher brachte man Schlangen mit dem Haselstrauch in Verbindung. Man dachte, ein weißer Haselwurm, oder eine Paradiesschlange wohne unter dem Haselstrauch. Diese Haselschlange soll sehr weise sein und wird oft in weiß mit einer goldenen Krone dargestellt.
Schlangen tauchen sehr oft als Symbol für Weisheit, Heilung und als Brücke zwischen Welten auf.
Merkurstab
Auch der Merkurstab, ein Friedenssymbol, soll aus Haselholz bestehen. Er wird mit Flügeln und zwei den Stab emporwindenen Schlangen dargestellt und ist ein Sinnbild für Vermittlung zwischen den Welten, für Sprache, Handel und Erkenntnis. Merkur (griechisch: Hermes), der Götterbote, dem auch der kleinste, sonnennächste Planet zugeordnet ist, steht für Kommunikation, Verbindung, Wissen und Schnelligkeit.
In der griechischen Mythologie trennte Hermes mit seinem Stab zwei kämpfende Schlangen, die sich daraufhin friedlich um seinen Stab wanden.
Wünschelrute
Der Hasel wird nachgesagt, dass sie gerne und üppig auf geologischen Störfeldern wächst (z.B. über unterirdischen Wasserläufen) und energetische Strömungen wahrnehmen kann. Daher wird sie seit Jahrhunderten als Holz für Wünschelruten eingesetzt. Damit ein Haselzweig zur Wünschelrute wurde, musste er allerdings nach bestimmten Regeln (u.a. splitterfasernackt) zu einer bestimmten Jahres- und Uhrzeit vom Haselstrauch geschnitten werden und konnte nur von einem feinfühligen Rutengänger angewendet werden, um Wasseradern, Energielinien und Erdstrahlen aufzuspüren.
Märchen, Hexenwissen und Wetterzauber
In alten Märchen taucht die Hasel immer wieder als Helferin auf.
Im Märchen von Aschenputtel wächst der Haselstrauch auf dem Grab der Mutter.
Er ist Schutz, Verbindung zur Ahnenwelt und Quelle der richtigen Entscheidung.
Auch in den Akten der Hexenverfolgungszeit im 17. Jahrhunderts findet sich die Hasel.
Dort wird beschrieben, dass mit Haselstäben Regen herbeigerufen oder Gewitter gelenkt wurden.
Nicht als spektakulärer Zauber, sondern als Ausdruck eines Weltbildes, in dem Mensch, Pflanze und Wetter in Beziehung stehen.
Der Haselstab war Werkzeug und Mittler zugleich.
PflanzenZauber
Im PflanzenZauber-Jahreskreis, der ein Teil von Nature Code™ ist, haben wir die Hasel-Zeit im Februar 2026 gemeinsam erlebt. Wir haben Haselzweige gesammelt, Zauberstäbe gefertigt, Haselkätzchen-Tee getrunken, Geschichten geteilt und gespürt, wie viel Weisheit in einer alltäglichen Pflanze liegt.
Dieser PflanzenZauber entsteht nämlich nicht durch Wissen allein. Er entsteht im bewussten Wahrnehmen und im gemeinsamen Erleben. Im Erinnern an etwas, das nie ganz verloren war. Vielleicht hast Du nun Lust, selbst einen Zauberstab aus Hasel zu gestalten. Hier habe ich Dir eine ganz einfache Anleitung aufgeschrieben:
Dein eigener Hasel-Zauberstab
Du brauchst dafür:
- ein Stück Haselast, ca. Unterarmlänge, daumendick, möglichst gerade oder sanft gebogen
- Schnitzmesser/scharfes Küchenmesser
- Unterlage (Holzbrett, dickes Tuch)
- optional zum Verzieren: z.B. Wolle, Garn, Bast, Lederband, Blei-/Buntstifte
So kannst Du vorgehen:
Wähle den Zweig achtsam. Nicht nehmen, sondern bitten.
Entferne kleine Seitentriebe und glätte die Schnittstellen.
Ritze mit dem Messer z.B. eine Spirale, Runen, Namen oder Symbole ein. Du kannst den Stab auch komplett oder nur teilweise entrinden.
Verziere ihn ganz intuitiv mit z.B. Wolle, Perlen, Federn, Lederband oder Farbe, so wie er Dir gefällt.
Halte den fertigen Stab in den Händen und frage Dich: „Wofür soll er mich unterstützen?“
Klarheit? Entscheidung? Schutz? Verbindung? Heilung?
Du kannst ihn abschließend mit Rauch, Deinem Atem oder stillen Worten „weihen“.
Dieser Hasel-Zauberstab wirkt leise.
Er erinnert mehr, als dass er macht.
Ich wünsche Dir viel Freude beim Nachmachen.
Mehr über Nature Code erfahren
Nature Code™ beschreibt die individuelle Sprache zwischen Mensch, Natur und kosmischen Rhythmen.
Er zeigt, wie innere Anlagen, natürliche Zyklen und äußere Lebensumstände miteinander verwoben sind – und wie daraus Orientierung, Klarheit und Stabilität entstehen können.
In meiner Arbeit verbinde ich altes Pflanzenwissen, den Jahreskreis, Human Design, Astrologie und Gene Keys zu einem ganzheitlichen Mentoring-Ansatz.
Nicht, um Menschen zu optimieren – sondern um sie an ihre eigene innere Ordnung zu erinnern.
Nature Code™ ist kein Konzept, keine starre Methode, sondern ein Erinnern an das, was bereits angelegt ist.
