Wenn im frühen Frühling der Waldboden zu duften beginnt, ist er oft nicht mehr zu übersehen: der Bärlauch verbreitet sich gern teppichartig, wenn er einen guten Standort gefunden hat. Sein intensiver, knoblauchartiger Geruch kündigt ihn schon aus der Ferne an. Er wächst dort, wo die Natur besonders lebendig ist: feucht, schattig, nährstoffreich. Und mit ihm kommt eine ganz eigene Qualität: kraftvoll, reinigend, durchdringend. Er ist die Verkörperung der Widder-Energie, die uns in jedem Frühling neue Kraft und Mut bringt.
Roh verzehrt z.B. in Salaten, in Pesto oder im Speiseöl aktiviert Bärlauch die Verdauung, die körpereigenen Entgiftungsprozesse und das Herz-Kreislaufsystem. Nach den langen, trägen Wintermonaten bringt er damit Bewegung in unseren Körper.
Sammelhinweis: Schau ganz genau hin
Der Bärlauch heißt botanisch Allium ursinum und gehört zur Familie der Lauchgewächse. Im April, wenn die Sonne im Zeichen des Widders steht, ist die ideale Zeit zum Sammeln der frischen Bärlauchblätter, -knospen und -blüten. Aber Achtung! Bärlauch kann leicht mit folgenden giftigen Pflanzen verwechselt werden:
- Maiglöckchen
- Herbstzeitlose
- Aronstab
Die Blätter dieser Pflanzen sehen -je nach Entwicklungsstadium- den Blättern des Bärlauchs sehr ähnlich und wachsen oft sogar am gleichen Standort, sind jedoch stark giftig. Sammle den Bärlauch daher achtsam, Blatt für Blatt und nicht in Büscheln.
Bärlauch erkennst Du an:
- seinen länglichen, saftig grünen, zarten Blättern, die einzeln aus dem Boden wachsen (nicht paarweise an einem Stängel)
- an der markanten Mittelader, die beim Umknicken des Blattes knackt
- an der glänzenden Blattoberseite und der matten Blattunterseite
- seiner länglichen Zwiebel in der Erde
- seinen weißen, sternförmigen Blüten, die später im Frühling erscheinen
Ein sicheres Erkennungsmerkmal für Bärlauch ist der typische Geruch nach Knoblauch, der beim Zerreiben der Blätter deutlich wahrnehmbar ist. Da nach ein paar gesammelten Blättern jedoch der Knoblauchgeruch auch an Deinen Fingern haftet, solltet Du Dich nicht komplett auf Deine Nase verlassen.
Im Zweifel gilt immer: Wenn Du Dir nicht 100%ig sicher bist, lieber stehen lassen.
Bärlauch-Pesto
Eine der schönsten Möglichkeiten, Bärlauch zu nutzen, ist ein frisches Pesto.
Du benötigst für 1–2 Portionen:
- 1–2 Hände voll (ca. 25 g) frische Bärlauchblätter
- 1 Bärlauchzwiebel
- 1 Hand voll (ca. 20 g) Cashewkerne
- 50 ml natives Olivenöl
- eine Prise Salz
Zubereitung:
Wasche die Blätter und die Zwiebel gründlich und schneide alles klein.
Gib sie zusammen mit den Cashewkernen, dem Olivenöl und einer Prise Salz in einen elektrischen Mixer oder nutze einen Pürierstab.
Püriere alles fein und fülle die Masse in ein Schraubglas.
Nach einigen Stunden wird das Pesto fester und schmeckt wunderbar zu Pasta oder als Brotaufstrich.
Im Kühlschrank ist es etwa 14 Tage haltbar.
Hinweis:
Beginne mit kleinen Mengen, denn zu viel Bärlauch kann den Magen-Darm-Trakt reizen.
Laukar
In der nordischen Mythologie wird Lauchgewächsen eine besondere Bedeutung zugeschrieben. Die „Völuspâ“ (= Weissagung der Seherin aus der Älteren Edda, übersetzt von Karl Simrock) beschreibt u.a. die Entstehung unserer Welt Midgard durch die Götter. Die erste Pflanze, die dort erwähnt wird, ist Lauch:
„Die Sonne von Süden schien auf die Felsen.
Und dem Grund entgrünte grüner Lauch.“
Und tatsächlich ist es nicht unwahrscheinlich, dass hier der Bärlauch gemeint ist, der sich als eine der ersten sattgrünen Pflanzen zeigt, sobald die Sonne ihre wärmenden Strahlen auf die Erde sendet. Bärlauch wächst schnell, kraftvoll und üppig und ist damit ein Symbol für Lebenskraft, Energie und Erneuerung.
Die germanische L-Rune (ᛚ) wird Laguz (=Wasser) oder auch Laukar/Laukaz (=Lauch) genannt und steht für Gesundheit und Heilung. Da Lauch eine wichtige mineralstoffreiche Pflanze gegen viele Leiden und auch zur Stärkung des Körpers war (und immer noch ist), wurde die Rune ᛚ oder die Runeninschrift „Laukar“ symbolisch z.B. auf Schutz-Amuletten getragen oder ein Getränk mit ihr gesegnet.
Bärenstark
Der Bär war für unsere nordeuropäischen Vorfahren ein Seelentier, das für Urkraft, Stärke, Fruchtbarkeit und die Sonne stand. Pflanzen, die dem Bären gewidmet wurden, tragen daher ebenfalls diese Fähigkeiten in sich.
Der Bärlauch, der mit der Sonne wieder zu uns kommt, hilft uns, unseren Körper zu reinigen, zu revitalisieren, zu stärken., sodass wir „bärenstark“ werden. Man sagt sogar, dass Bären nach ihrem Winterschlaf als erste Pflanze den Bärlauch fressen, um sich ihre Kraft zurückzuholen.
Der Bärlauch bei Nature Code
Bei Nature Code™ steht Bärlauch für den Moment, in dem aus innerer Ausrichtung Handlung wird. Nach den stillen Wintermonaten und der ersten Öffnung im Übergang kommt jetzt die Bewegung. Nicht zögerlich, sondern klar und sichtbar: Bärlauch erinnert uns daran, dass es Zeiten gibt, in denen Wachstum nicht mehr nur vorbereitet wird, sondern gelebt werden will.
Wenn Du mehr über Nature Code™ wissen möchtest, stöbere gern hier auf meiner Webseite.
